Gender

Bisher gibt es wenige Forschungsergebnisse darüber, in welcher Weise geschlechtsspezifische Aspekte die beiden Gestaltungsfelder „Übergang in die Hochschule“ und „Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge“ sowie das Studium beruflich Qualifizierter beeinflussen.

Gender und Übergänge

Geschlechtsspezifische Aspekte sind bei der Ausgestaltung der länder- und hochschulrechtlichen Regelungen zum Hochschulzugang für berufliche Qualifizierte relevant. Häufig wird bislang nur die männliche Form „Meister“, „Techniker“, „Fachwirt“ gewählt, die weibliche Form vernachlässigt. Darüber hinaus werden Fortbildungen, z.B. zur Erzieherin und zum Erzieher oder zur Lehrkraft für Pflege, die für Frauen typisch sind, häufig nicht eigens erwähnt. Auf diese Weise sind sie nicht erkennbar, werden beim Googlen nicht gefunden und sind nicht repräsentiert. Für Informations- und Beratungsmaterialien im hochschulischen Kontext ist die Berücksichtigung dieser grundlegenden geschlechtsspezifischen Aspekte von großer Relevanz.

Gender und Anrechnung

Im Rahmen der BMBF-Initiative „Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge“ beschäftigte sich das Projekt der Leuphana Universität Lüneburg mit der Frage, welche Bedeutung die Themen Gender und Gender Mainstreaming im Rahmen der Anrechnung haben. Geschlechtsspezifische Aspekte, so das Ergebnis, sind z.B. bei der Kompetenzeinschätzung zu berücksichtigen und bei der Kompetenzfeststellung ist darauf zu achten, dass sie diskriminierungsfrei erfolgt. Zudem hat die Übergangsgestaltung für „Sackgassenberufe“ eine andere Bedeutung als für Berufe, für die es arbeitsmarktseitig gute Aufstiegsmöglichkeiten mit Einkommenssteigerungen gibt.

Angelika Henschel (2009): Gender-Mainstreaming-Aspekte im Rahmen von Anrechnungsverfahren. In: Walburga Freitag (Hg.): Neue Bildungswege in die Hochschule. Anrechnung beruflich erworbener Kompetenzen für Erziehungs-, Gesundheits- und Sozialberufe. Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag: 200-218.

Gender in gestuften Studiengängen

Die Berücksichtigung von Genderaspekten schließt alle Prozesse des Studiums mit ein. Vom Netzwerk Frauenforschung NRW wurde im Auftrag des nordrheinwestfälischen Ministeriums für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie eine Studie zur Einbindung von Gender-Aspekten bei der Einführung und Akkreditierung gestufter Studiengänge erstellt.

Die Bestandsaufnahme des ersten Teils befasst sich u.a. mit dem Prozess der Akkreditierung, dem derzeitigen Stellenwert von Gender Mainstreaming bei der Einführung gestufter Studiengänge, mit Kriterien eines geschlechtergerechten Studiengangs und Maßnahmen zu seiner Implementierung. Im zweiten Teil werden Empfehlungen ausgesprochen.

Einen Überblick und weitere Informationen finden Sie auf der Website Gender Curricula für Bachelor und Master.

Das Gender Portal der Universität Duisburg-Essen bietet ebenfalls eine Sammlung von Informationen zum Thema.


Quelle: Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung GmbH
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